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Verdrehte Münzen: Ab wann ist es eine Fehlprägung?

Fehlprägungen und Abarten von Münzen bewerten und verkaufen

Immer wieder erhalte ich Anfragen zu angeblich „verdrehten“ Schweizer Münzen: „Ich möchte eine verdrehte Münze verkaufen“ oder „Ich habe eine fehlgeprägte Münze – was zahlen Sie?“ Wenn ich dann gezielt nachfrage und um genauere Angaben bitte, kommt es nicht selten zu Irritationen. Aussagen wie „das kann doch nicht sein“ oder „die Münze ist eindeutig verdreht“ zeigen, dass hier häufig von falschen Annahmen ausgegangen wird. Genau aus diesem Grund ist es sinnvoll, sich mit dem Thema sachlich auseinanderzusetzen.

In diesem Artikel erkläre ich, was bei Schweizer Umlaufmünzen unter einer Verdrehung tatsächlich zu verstehen ist, weshalb viele vermeintliche Besonderheiten vollkommen normal sind – und in welchen Fällen eine Verdrehung numismatisch relevant und potenziell wertvoll sein kann.

In der Numismatik taucht der Begriff „verdrehte Münze“ immer wieder auf – und sorgt regelmässig für Missverständnisse. Besonders bei Schweizer Münzen wird eine angebliche Fehlprägung vermutet, verbunden mit der Hoffnung auf einen aussergewöhnlich hohen Wert. In den allermeisten Fällen beruht diese Annahme jedoch auf einem grundlegenden Irrtum.

Gleichstehend oder nicht gleichstehend: die entscheidende Grundlage

Um das Thema korrekt einzuordnen, muss man verstehen, wie Vorder- und Rückseite einer Münze zueinander ausgerichtet sind. In diesem Artikel wird bewusst nur zwischen zwei Begriffen unterschieden:

  • gleichstehend – eine Münze gilt als gleichstehend, wenn Vorder- und Rückseite beim seitlichen Kippen der Münze gleich ausgerichtet bleiben (↑↑).
  • kopfstehend – eine Münze gilt als kopfstehend / nicht-gleichstehend, wenn beim seitlichen Kippen die Rückseite auf dem Kopf steht (↑↓).

Hält man die Münze oben und unten fest (12- und 6-Uhr-Position) und kippt sie seitlich – also von links nach rechts oder von rechts nach links – erkennt man sofort, ob eine Münze gleichstehend oder kopfstehend geprägt ist. Diese Ausrichtung ist kein Qualitätsmerkmal und kein Zufall, sondern Teil der jeweiligen Prägevorgaben der entsprechenden Zeitperiode.

Vorderseite der Schweizer 5-Franken-Münze  Rückseite der Schweizer 5-Franken-Münze in normaler Ausrichtung (nicht-gleichstehend)

Korrekt geprägte 5-Franken-Münze – Vorder- und Rückseite kopfstehend (↑↓).

Genau dieser Umstand führt häufig zu Irritationen. Wer davon ausgeht, dass Vorder- und Rückseite immer gleich ausgerichtet sein müssten, interpretiert eine normale Prägung fälschlich als Abart oder Fehlprägung.

Was ist eine echte Prägeverdrehung?

Numismatisch relevant ist eine sogenannte Prägeverdrehung nur dann, wenn sie vom vorgesehenen Standard abweicht. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn die Rückseite um 15, 30, 45, 75 (…) Grad versetzt ist. Eine 180-Grad-Verdrehung kann zwar vorkommen, ist jedoch äusserst selten. Grundsätzlich existieren auch verdrehte Stücke anderer Art, die jedoch selten sind.

Vorderseite der Schweizer 5-Franken-Münze   Rückseite der Schweizer 5-Franken-Münze um 45 Grad verdreht

Verdreht geprägte 5-Franken-Münze – um 45° verdreht.

Prägeausrichtung der 5- und 2-Franken-Umlaufmünzen nach Jahrgängen

Die folgende Übersicht zeigt, welche Umlaufmünzen gleichstehend und welche kopfstehend geprägt wurden – zur sicheren Einordnung und Vermeidung typischer Fehlinterpretationen. Gemäss den häufigsten Anfragen beschränkt sich die Übersicht auf die 5- und 2-Franken-Stücke.

5 Franken
1850–1873 ↑↑
1874 ↑↑ und ↑↓
1888–1916 ↑↓
1922–1928 ↑↓
1931–1981 ↑↓
ab 1982 bis heute ↑↑

2 Franken
1850 ↑↑
1857 ↑↑
1860–1863 ↑↓
1874–1967 ↑↓
1968–1981 ↑↓
ab 1982 bis heute ↑↑

Fazit

Eine „verdrehte“ Münze ist in den meisten Fällen genau das, was sie sein soll: korrekt geprägt. Numismatik lebt von Präzision, nicht von Vermutungen. Wer sich mit Fehlprägungen beschäftigt, sollte immer zuerst die offiziellen Prägevorgaben kennen. Erst dann lässt sich beurteilen, ob tatsächlich eine Abweichung vorliegt – oder lediglich ein weit verbreitetes Missverständnis.

Sachliche Einordnung schützt vor Fehlannahmen und ist letztlich die Grundlage jeder seriösen numismatischen Bewertung.

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